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Vorwort

Marienkirche Reutlingen

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

im Herbst 2005 wurde die gemeinnützige Stiftung Marienkirche Reutlingen ins Leben gerufen. Als eine Unterstiftung der Bürgerstiftung Reutlingen verfolgt sie nach dem Motto „Erhaltet die Marienkirche!“ den Zweck, einen Beitrag zum baulichen Erhalt der Marien­kirche als nationalem Kulturdenkmal (seit 1988) und als dem Wahrzeichen Reut­lingens zu leisten.

Seit Gründung der Stiftung hat sich das Stiftungsvermögen mehr als Verdreifacht und hat der Stiftung Marienkirche annähernd 80.000,00 EUR für den baulichen Erhalt der Marienkirche zur Verfügung stellen können.

Wir laden Sie ein, der Stiftung weitere finanzielle Mittel zukommen zu lassen, damit der Stiftungszweck nachhaltig erfüllt werden kann. So belaufen sich die jährlichen Restauratoren-, Steinmetz-, Maler-, Architektenkosten etc. auf jährlich rund 120.000 € (!). Dieser Betrag ist nötig, allein um die Marienkirche in ihrer baulichen Substanz innen und außen für die Nachwelt zu erhalten. Hier ist unser aller bürgerschaftliches Engagement gefragt.

 

Stiftung

Marienkirche Reutlingen

Alle diejenigen, die sich angesprochen fühlen und unsere Stiftung z. B. aus Anlass eines Jubiläums oder Geburtstags, im Rahmen eines Trauerfalls oder durch ein Testament ebenfalls finanziell unterstützen möchten, können dies auf zweierlei Weise tun:

Zum einen kann ein beliebiger Betrag als Spende überwiesen werden; dieses Geld steht der Stiftung dann in voller Höhe für ihre laufende Arbeit zur Verfügung. Sämtliche Spenden werden somit zeitnah für den baulichen Erhalt der Marienkirche eingesetzt.

Zum anderen freuen wir uns ganz besonders über die Vergrößerung unseres Stifter-Kreises. Durch Zustiftungen, die ab Beträgen in Höhe von 500 € möglich sind, werden Sie Stifter und tragen dazu bei, das sogenannte Grundstockvermögen, also das dauerhafte finanzielle Fundament der Stiftung zu vergrößern. Die Stiftung kann dann nur die Zinsen aus Ihrer Zustiftung für ihre originäre Arbeit verwenden, dies allerdings sehr langfristig, solide kalkulierbar und unabhängig von zukünftigen gesellschaftlichen oder demographischen Entwicklungen. Das Grundstockvermögen selbst bleibt dabei stets unangetastet.

Wie auch immer Sie sich entscheiden mögen, jede Form Ihrer Zuwendung ist hochwillkommen!

Zweck der Stiftung Marienkirche

Die Stiftung verfolgt den Zweck, die Reutlinger Marienkirche als nationales Kulturdenkmal und als das Wahrzeichen Reutlingens in ihrer baulichen Substanz zu erhalten bzw. einen Beitrag hierzu zu leisten.

Stifter und Initiatoren

Dieter Ammer, Sabine Bardewyk, Christian Barth, Chorgemeinschaft Liedertafel-Concordia 1833 e.V. Reutlingen, Karl Heinz DanzerIrmgard Detzel (†), Dr. Ortwin Döttinger, Heinz-Peter Gerstenberg, Margret Grimm, Marianne Hahn, Dr. Hans Hammann, Dr. Walter Hartmann (†), Ursula Heinzl, Susanne Heinzl, Michael Hubberten, Heidi Hummel, Dr. Paul Irion, Gerhard Klein, Ulrich Kocher, Kreissparkasse Reutlingen, Dr. Ilse und Dr. Hermann Kugler, Wolfgang Kuhn, Hans Landgraf, Ermo Lehari, Christine und Herbert Märkle, Dr. Jürgen Mohr, Prof. Dr. Martin Plümicke, Eckhard Raisch, Dr. Rall & Söhne GmbH, Stadt Reutlingen, Riehle + Assozierte GmbH+Co.KG., Margrit Riehle, RWT Reutlinger Wirtschaftstreuhand GmbH, Hans Schäfer, Sigurd Schiele, Metzgerei Schneider GmbH, Liane Slama, Heinz Sommer, Gerhard Steinhilper, Lore Stübler, Eva Thumm, Elisabeth Uhlig, Helmut Uhlig (†), Völker & Partner Rechtsanwälte Steuerberater Wirtschaftsprüfer, Dr. Heiner Völker, Gerhard Vogelwaid, Volksbank Reutlingen, Christiane Koester-Wagner und Dr. Utz Wagner, Karl-Heinz Walter, Ursula Wendler, Margreth Zickler, Dr. Kuno Ziegler (†)

 

Organe

Als Treuhandstiftung unter dem Dach der Bürgerstiftung Reutlingen wird die Stiftung Marienkirche Reutlingen durch den Vorstand der Bürgerstiftung Reutlingen vertreten. Der Vorstand wiederum wird durch den Stiftungsrat kontrolliert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ProjekteTurmhelmsanierung

Zeitraum: Sept. 2006 - Juni 2010
Kostenaufwand: 1.050.000 Euro
Förderbetrag: 35.000 Euro

Turmhelmsanierung September 2006 - Juni 2010

Die Sanierung

Das Ergebnis

 

Im Herbst 2006 stürzte während des Reutlinger Weindorfes eine „Krabbe“ vom westlichen Hauptturm der Marienkirche. Bei den folgenden zunächst vorläufigen, dann ausführlichen Untersuchungen wurde festgestellt, dass etliche der Krabben am Turm ebenso wie Kreuzblumen, das Vordach der Schlagglocken und weitere Bestandteile des Turmhelms gravierende Schäden aufwiesen.  Für die Sanierung sowie die dafür notwendigen umfangreichen Untersuchungen, Schadensdokumentationen und Gerüstarbeiten wurden rund 1.050.000 Euro veranschlagt. Nach den von der Stadt Reutlingen, dem Land Baden-Württemberg (Denkmalpflege), der Landeskirche und dem  Kirchenbezirk aufzubringenden Anteilen blieben etwa 1/3 der Summe als Aufgabe der  (Gesamt-)Kirchengemeinde. Davon waren 300.000 Euro durch Spenden aufzubringen, da bereits eine erhebliche Summe an Haushaltsmitteln für die ständigen Sanierungsmaßnahmen an der Marienkirche aufgewandt wird. Mit insgesamt 35.000 Euro hat die Stiftung Marienkirche mithilfe vieler Einzelspender dazu einen erheblichen Beitrag leisten können.  Mit der Restaurierung des Engels trat die Turmhelmsanierung der Marienkirche in ihre letzte Phase ein. Am 1. Advent 2009 kehrte er unter lebhafter Anteilnahme der Bevölkerung auf seinen „angestammten Platz“ über den Dächern Reutlingens zurück. Zuvor war er eine Woche lang in der Gotik-Ausstellung des Heimatmuseums zu Gast und dann noch einen Tag lang- in neuem Glanz und von vielen Menschen besucht- in der Marienkirche ausgestellt.

 

Marienkirche

Marienkirche Reutlingen

Allgemein

Kurz nachdem Reutlingen in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts zur Reichsstadt erhoben worden war, wurde die staufisch-kaisertreue Stadt von den Truppen des Heinrich Raspe, dem Gegenkönig zu Konrad IV., belagert (1247). Die schwer bedrängten Bürger sollen damals gelobt haben, ihrer Beschützerin, der Jungfrau Maria, nach der Vertreibung der Feinde eine „herrliche Kapelle innerhalb der Mauern zu errichten“. Dieses Gelübde hatte für Reutlingen ­seinen besonderen Sinn, lag doch ihre einzige Kirche, die alte Pfarrkirche, außerhalb der Stadtmauern. — Die Feinde wurden in die Flucht geschlagen und noch im gleichen Jahr wurde den Chroniken zufolge mit den Bauarbeiten begonnen. Im Jahr 1343 konnte die fertige Kirche geweiht werden, nachdem die Reutlinger in Erfüllung ihres Gelübdes eine sehr große Pfarrkirche gebaut ­hatten, ihre Stadtkirche, die ganz das Werk ­eigener ­Initiative war. 

Marienkirche Reutlingen

Westfassade der Marienkirche

Mit den ornamentalen Schmuckmotiven hält der Reichtum der gotischen Kathedralen in Reutlingen Einzug. Die drei Portale enden mit einem Wimperg in gleicher Höhe und verschneiden sich mit einer Maßwerkgalerie, die die unteren Felder abschließt, so daß zunächst ein liegendes Rechteck die Basis für den weiteren Aufriß der Fassade abgibt. Im zweiten Stockwerk erfahren die mächtigen Turmstreben ihre erste Verjüngung, die Wand des Mittelfeldes ihre stärkste Auflockerung. Rosenfenster und frei schwebendes Maßwerk ordnen sich nischenartig hintereinander. Das Dreieck des großen Wimpergs übergreift die Portalgiebel und vereint sie zu einer pyramidalen Komposition, die nun schon weit in das erste Turmfreigeschoß vorstößt. Damit ist die Verknüpfung von Fassade und Turm überzeugend gelungen. Zugleich laufen von den Seiten die Halbgiebel der Flanken an und verschaffen dem Turm zwingende Aufstiegskraft. Nachdrücklich interpretieren die ansteigenden Blendbögen und die »hinaufkriechenden« Krabben das Anstemmen dieser Schulterstücke. Ihren Rückhalt gewinnen sie in den zu Türmchen verstärkten Eckfialen, deren rechte als Treppenturm ausgebildet ist. Die formale Ausprägung der Westfassade ist stark von der westlichen Gotik bestimmt. Die Portalwimperge in ihrer Abwechslung mit den kleinen Blendwimpergen der Strebepfeiler finden an den Chorkapellen der Kathedrale Notre-Dame in Paris (begonnen 1296) ihr Vorbild. Das freistehende Stabwerk am zweiten Geschoß ist eine originelle Umbildung von Motiven der Münsterfassade in Straßburg.

Marienkirche Reutlingen

Innenansicht der Marienkirche

Der zurückhaltenden Chorpartie steht mit dem Langhaus eine vollkommen durchgestaltete, feingliedrige Architektur gegenüber. Es ist eine basilikale Anlage von sieben Jochen. Grundlegend für den Eindruck sind die Proportionen: Die Breite von reichlich 20 Meter (insgesamt) und die Höhe von knapp 20 Meter (im Mittelschiff) ergeben bei 56 Meter Länge einen leicht überschaubaren Raum, dessen Umfassungswände auch vom Mittelschiff aus überall spürbar bleiben und dessen Gewölbezone dem Blick noch durchaus nahe ist. Es fehlt die ferne Entrückung der steilen gotischen Kathedralräume wie auch deren unübersehbare Formenfülle: Der schöne Pfeiler, das ausgespannte Wandfeld, das zierliche Fenster, die Wandarkatur, die Wölbung. Die klare Faßlichkeit dieser schönen Einzelformen und ihre unmittelbar sinnfällige Beziehung untereinander macht den unkomplizierten, freien Eindruck des Raumes aus. Das älteste, östliche Pfeilerpaar (die Vierungs pfeiler des ursprünglichen Querhausprojekts) bewahrt mit den vier starken Hauptdiensten noch die herbe Fülle früher Gotik und erinnert uns daran, Entwurf und Beginn des Langhauses früh anzusetzen: etwa 1280. Erst die dünneren Dienste der weiteren Pfeiler gewinnen jene feingeschliffene Eleganz, die mit der Feinnervigkeit der Gewölberippen zusammengeht und nun einen straffen, einheitlichen Zug vom Boden bis ins Gewölbe veranschaulicht. Geschickt führt das Horizontalgesims zwischen den Diensten entlang, um den Linienfluß kontrapunktisch zu steigern. Gewöhnlich zog es hoch oben bei den Dienstkapitellen hin (Colmar, Freiburg, Wimpfen) und sonderte die Gewölbzone eigens ab. In Reutlingen verläuft es unmittelbar über den Mittelschiffarkaden und verselbständigt dadurch die glatte Obergadenwand. In ähnlichen Sinn rücken die Kapitelle der Mittelschiffpfeiler tiefer als üblich: Die Arkadenbogen setzen nicht gleich mit dem Kapitell an, sondern verschneiden sich erst oberhalb mit dem senkrechten Hauptdienst. 

Marienkirche Reutlingen

Orgel der Marienkirche

Orgel:

Die Orgel wurde von 1987 bis 1988 von der Firma Rieger Orgelbau aus Schwarzach (Vorarlberg/Österreich) generalüberholt, Mensuren und Intonation sind von Klaus Knoth (Rieger Orgelbau). Die Zungenpfeifen sind französisch konzipiert. Die Orgel verfügt über 53 Register auf drei Manualen und Pedal. 

Es findet jedes Jahr im Sommer die Konzertreihe Reutlinger Orgelsommer mit  Orgelkonzerten statt.

 

Technische Daten:

  • 3813 Pfeifen
  • Traktur:
    • Spieltraktur mechanisch
    • Registertraktur elektrisch
  • Schleifladen
  • Spieltisch freistehend
Marienkirche Reutlingen

Orgel der Marienkirche

Disposition:

I Hauptwerk C–g3

Prestant 16′
Principal 8′
Rohrgedackt 8′
Spitzflöte 8′
Octav 4′
Nachthorn 4′
Quinte 22/3′
Superoctave 2′
Mixtur major IV-V 2′
Mixtur minor III-IV 1′
Cornet V 8′
Trompete 16′
Trompete 8′

II Positiv C–g3

Salicional 8′
Holzgedackt 8′
Quintade 8′
Prestant 4′
Rohrflöte 4′
Sesquialtera II 22/3′
Octav 2′
Blockflöte 2′
Larigot 11/3′
Scharff V 1′
Voix humaine 8′
Cromorne 8′
Tremulant 8′

III Schwellwerk C–g3

Bourdon 16′
Principal 8′
Holzflöte 8′
Gamba 8′
Voix céleste 8′
Octav 4′
Traversflöte 4′
Nazard 22/3′
Octavin 2′
Tierce 13/5′
Sifflet 1′
Plein Jeu VI 22/3′
Basson 16′
Trompette harm. 8′
Hautbois 8′
Clairon harm. 4′
Tremulant  

Pedal C–f1

Principal 16′
Subbaß 16′
Quinte 102/3′
Octav 8′
Gedackt 8′
Octav 4′
Rohrpfeife 4′
Hintersatz IV 22/3′
Kontrafagott 32′
Posaune 16′
Trompete 8′
Clarine 4′
 

Koppeln: II/I, III/II, III/I, I/P, II/P, III/P
Spielhilfen: Elektronische Setzeranlage mit 99×8 Kombinationen
(zunächst 16×8, später erweitert)

 

Galerie

Die Orgel der Marienkirche

Die Orgel der Marienkirche

Die Rosette der Marienkirche

Die Rosette der Marienkirche

Der gotische Taufstein von 1499

Der Taufstein

Das heilige Grab

Das heilige Grab

Die Decke der Marienkirche

Die Decke der Marienkirche

Nächtliche Schattenspiele in der Marienkirche

Die Rosette der Marienkirche

Das gotische Gewölbe der Marienkirche zieht den Blick nach oben

Die Rosette der Marienkirche

Blick zur Orgelempore (neugotisch; errichtet um 1900 von Architekt Dolmetsch)

Die Rosette der Marienkirche

Blick in die Marienkirche Richtung Chorfenster

Die Rosette der Marienkirche

Der Turmengel der Marienkirche

Die Rosette der Marienkirche

Deckengewölbe mit ganzflächigem Kork-Mosaik

Die Rosette der Marienkirche

Kanzel mit Kruzifix und Chorfenstern

Die Rosette der Marienkirche
 

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Marienkirche Reutlingen

Die regelmäßigen Restauratoren- Steinmetz-, Maler- Architektenkosten etc. belaufen sich auf jährlich rund 120.000 €. Dieser Betrag ist nötig, allein um die Marienkirche in ihrer baulichen Substanz innen und außen für die Nachwelt zu erhalten. Hier ist unser aller bürgerschaftliches Engagement gefragt. Leisten auch Sie einen Beitrag zu dieser großen Aufgabe!

Spendenkonten:
Kreissparkasse Reutlingen — IBAN: DE58 6405 0000 1019 0849 37 — BIC: SOLADES1REU

Volksbank Reutlingen — IBAN: DE54 6409 0100 0126 8280 16 — BIC: VBRTDE6RXXX